3/4-Vorwärts

Aus Trampolinwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schwierigkeit: 0,3 Punkte
Abkürzung nach dem
numerischen System:
3 0 / R
Dreiviertel.gif

Inhaltsverzeichnis

Anmerkungen

Der ¾ Salto vorwärts gestreckt ist ein recht einfach zu erlernender Sprung, allerdings ist er ein Mutsprung. Die lange gestreckte Flugphase mit Blick zum Tuch und das späte Abwinkeln des Oberkörpers zur Landung auf dem Rücken liegt nicht jedem. So dauert es gewöhnlich recht lange bis der Sprung wirklich „schön“ aussieht, wenn er auch schon lange „gekonnt“ wird. Beim Vorhandensein aller Voraussetzungen sowie des notwendigen Mutes ist das Erlernen eines ¾ Salto vorwärts gestreckt in einer Trainingseinheit möglich, bis zur Perfektion ist es allerdings ein weiter Weg. Der ¾ Salto vorwärts gestreckt hat einen Schwierigkeitsgrad von 0,3.

Sprungbeschreibung

Absprung:

Der Abdruck aus dem Tuch erfolgt gerade nach oben, dabei sind die Arme gestreckt gestellt, der Mittelkörper angespannt und der Kopf in natürlicher Position.

Flugphase:

Nachdem die Füße das Tuch verlassen haben, werden diese geschlossen und gestreckt. Die Fersen bzw. die gestreckten Beinen werden nach hinten oben gebracht und damit eine Vorwärtsrotation eingeleitet. Der Blick ist auf das Tuch gerichtet; die Arme verbleiben in Körperverlängerung („an den Ohren“), können aber leicht geöffnet werden. Diese gestreckte Haltung wird bis zur Beendigung eines halben Saltos beibehalten. Danach wird der Oberkörper abgewinkelt, dadurch erfolgt das dritte Viertel Saltorotation.

Landung:

Die Landung erfolgt in einer korrekten Rückenlandung: Der Winkel zwischen Oberkörper und Beinen sollte 100-110° betragen, die Arme und der Blick zeigen zu den Füßen, der Kopf bleibt in seiner natürlichen Position, der gesamte Rücken von Schultern bis Gesäß liegt im Tuch.

Bedingungen für das Erlernen des Sprunges

  • Handstand am Boden
  • Rückensprung
  • Bauchsprung
  • Salto vorwärts

Lehrwege

Vorübungen

Bereits die Gymnastik zu Trainingsbeginn kann für die Erlernung des Sprunges genutzt werden: So sollten Rolle vorwärts, Schwingen in den Handstand sowie Schwingen in den Handstand mit anschließendem Abrollen in der Gymnastik trainiert und so eine Gewöhnung an das Gefühl der Über-Kopf-Rotation sowie der gestreckten Haltung auf dem Kopf erzielt werden. Es ist nicht notwendig, den Handstand lange stehen zu können, jedoch muss Körperspannung und Stützfähigkeit vorhanden sein.

Nach dem Einspringen werden zunächst die Voraussetzungen geprüft bzw. wiederholt:

  • Eine einwandfreie Rückenlandung ist unumgänglich.
  • Der Bauchsprung darf keinen Hüftknick aufweisen und sollte gestreckt nach oben erfolgen, d.h. die Hüfte landet auf dem Punkt, an dem die Füße abgesprungen sind.
  • Ein Salto vorwärts ist notwendig, um das Gefühl der Über-Kopf-Bewegung zu schulen sowie die notwendige Rotation zu prüfen.

Der nächste Schritt ist der Sprung in den Bauch auf die Arme des Trainers bzw. auf die Arme zweier Trainer. Diese Übung trainiert das Einleiten der Saltorotation, da für den ¾ Salto vorwärts gegenüber dem Bauchsprung ein halber Salto mehr geturnt werden muss. Nach der Landung auf den Armen des Trainers wird der Aktive in den Handstand gehoben und soll ins Tuch abrollen. Diese Übung sollte trainiert werden, bis der Trainer nur noch sehr wenig Unterstützung bei der Rotation bis zum Handstand geben muss. Nachteil: Diese Übung hat keine große Akzeptanz bei den Aktiven, da die Landung auf Armen und Handgelenken durchaus zu blauen Flecken führen kann.
Vorteil: Im Gegensatz zu einem Sprung in den Bauch auf einen Mattenberg, wird hier das Springen nach vorn weitestgehend verhindert, ebenso wird die Verletzungsgefahr beim nicht korrekten Landen in einer Bauchlandung ausgeschaltet.

Um noch mehr Saltorotation zu trainieren, wird als nächstes der Sprung in den Handstand auf einen Mattenberg geübt. Aus dem Handstand wird zunächst abgerollt. Im nächsten Schritt wird der Oberkörper aktiv abgewinkelt, so dass der Aktive in einer korrekten Rückenlandung auf dem Mattenberg landet. Wichtig: Bei der Übung muss darauf geachtet werden, dass der Absprung nicht zu sehr nach vorn erfolgt, sondern stets nach oben. Bei den ersten Versuchen sollte der Trainer den Handstand sichern.

Eine weitere Vorübung zum Trainieren des Abwinkelns des Oberkörpers sowie der Landung ist das Schwingen aus der Knielandung in den Handstand mit anschließendem Landen in der Rückenlandung im Tuch. Diese Übung sollte von jedem Aktiven ohne Hilfestellung geturnt werden können, der Trainer hat lediglich auf die Streckung von Armen und Beinen sowie die Armführung zur Rückenlandung zu achten.

Sobald sowohl die erforderliche Saltorotation als auch die Landung sicher geturnt werden, ist der ¾ Salto vorwärts nur noch eine Frage des Mutes. Wichtig sind hierbei eine ausreichende Sprunghöhe, der Absprung nach oben und die Körperspannung. Der Trainer sichert auf dem Tuch, in dem er den Schulter-/Nackenbereich des Aktiven fasst und im Notfall ausreichend Rotation erzeugt, so dass die Landung wirklich auf dem Rücken und nicht auf dem Kopf erfolgt. Ein weiterer Helfer schiebt zur Landung eine Matte. Nach wenigen Sprüngen ist der Trainer auf dem Tuch nicht mehr nötig, die Schiebematte hingegen sollte bis zur vollständigen Sicherheit die Landung bremsen, da eine schräge oder unkontrollierte Landung in der Rückenlandung einen weiteren Sprung in alle Richtungen auf bzw. vom Tuch zur Folge haben kann.

Methodische Übungsreihe

  • Sprung in den Bauch auf die Arme des Trainers
  • Sprung in den Handstand auf einen Mattenberg mit anschließendem Abrollen
  • Schwingen aus der Knielandung in den Handstand mit anschließender Landung in der Rückenlandung
  • ¾ Salto vorwärts




Mögliche Fehler

Der Sprung geht zu weit nach vorn oder hat zu viel Saltorotation

Ursache: Der Aktive springt mit Vorlage ab. Korrektur: Der Sprung soll nach oben erfolgen, danach müssen die Beine die Rotation einleiten. Eventuell sollte der Aktive beim Absprung den Blick nach oben lenken, um eine zu starke Vorlage zu verhindern.

In der Flugphase wird der Oberkörper zu früh abgeknickt

Ursache: Der Aktive hat nicht ausreichend Saltorotation. Oder der Aktive springt mit Rücklage ab. Korrektur: Die Beine müssen nach dem Absprung schneller und stärker nach hinten oben gebracht werden. Eventuell sollte das Springen in den Handstand auf den Mattenberg noch einmal wiederholt werden, dabei sollte der Mattenberg auch erhöht werden.

Der Absprung erfolgt nach oben, der ¾ Salto ist dennoch überdreht

Ursache: Die Spannung im Oberkörper fehlt, der Kopf ist auf der Brust und/oder die Arme sind nicht in Körperverlängerung sondern seitlich vom Körper weggestreckt oder gar angelegt. Korrektur: Die Arme bleiben in Körperverlängerung („an den Ohren“), der Blick bleibt – solange möglich – zum Tuch gerichtet.

Der Aktive ist zu keinem Zeitpunkt vollständig gestreckt, jedoch ist die Saltorotation richtig dosiert

Ursache: Der Aktive hat nicht genug Mut, sich vollständig zu strecken. Korrektur: Häufiges Wiederholen bis die Routine die Angst überwindet.

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Themen
Mitmachen
Werkzeuge