Babyrudi

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Sprungbeschreibung

Absprung

Der Babyrudi wird aus der Rückenposition abgeturnt, üblicherweise aus einem 3/4-Vorwärts - oder besser - einem 1 3/4-Vorwärts. Aus der Biomechanik ergibt sich, dass dabei etwas mehr Druck auf der Hüfte als auf den Schultern liegen muss, um die Vorwärtsrotation zu erzeugen. Damit die Flugkurve des Sprunges senkrecht nach oben gerichtet ist, müssen die gestellten Beine, abhängig von der Mehrlast auf der Hüfte, mehr oder weniger stark (natürlich mit durchgedrückten Knien) zum Körper gezogen sein. Dadurch liegt der Körperschwerpunkt (KSP) nicht vor, sondern über dem Körper, sodass der folgende Sprung nach oben und nicht nach vorn gerichtet ist. Die Arme sind senkrecht zur Decke gerichtet. Wichtig ist, dass mit der Rückfederung des Trampolintuches eine Kippbewegung aus der Hüfte erfolgt, mit der der Sprung eingeleitet wird. Die Hüftstreckung muss so erfolgen, dass der Sprung nach oben gerichtet bleibt. Der Druck von der Hüfte wird dabei auf die Schultern verlagert. Es entsteht ein Drehmoment zwischen dem KSP und dem Auflagepunkt (Schultern), das die Vorwärtsrotation bewirkt.

Flugphase

Der Vorwärtssalto wird gestreckt ausgeführt, der Blickkontakt zum Trampolin kann bald nach dem ersten Viertelsalto hergestellt werden, was jedoch kurz verzögert werden sollte, um eine gerade Kopfhaltung beibehalten zu können. Die Arme werden im Absprung zunächst nach vorne-oben neben den Kopf geführt um die Schraubeneinleitung vorzubereiten. Diese wird kurz vor erreichen der senkrechten über Kopf (11 Uhr) ausgelöst, indem – bei einer Linksschraube – der rechte Arm seitlich an den Körper geführt wird. Der linke Arm muss vor dem Körper an den linken Oberschenkel gelegt werden. Je weiter er vor den Bauch geführt wird, desto stärker unterstützt er zusätzlich die Schraube. Die 1 1/2 -fache Schraubenrotation sollte kurz nach der Senkrechten über Kopf (1 Uhr) beendet sein, um früh wieder Orientierung zum Tuch zu erhalten.

Landung

Die Schraubenrotation wird abgebrochen, indem die Arme äquivalent zur Einleitung wieder über den Kopf genommen werden. Der Sprung ist mit der Landung auf den Füßen beendet.

Bedingungen für das Erlernen des Sprunges

Folgende Sprünge sind unbedingt nötig für das Erlernen des Babyrudi und sollten in guter Haltung und Technik beherrscht werden:

Um gute Bedingungen für den Absprung zu haben ist ein guter 3/4-Vorwärts bzw. 1 3/4-Vorwärts nötig.

Der Einsatz einer Schiebematte ist unumgänglich. Bei allen Übungen kann es zu einem Verlust der Orientierung kommen, der ohne diese Sicherheitsmaßnahme und trotz aller Erfahrung des Aktiven schwere Abstürze zur Folge haben kann. Aktive Hilfeleistung auf dem Gerät sollte beim Erlernen zusätzlich erfolgen. Diese Hilfe kann in feineren Stufen reduziert werden als die Schiebematte.

Lehrwege

Saltobetonter Ansatz

Die 1 1/2 -fache Schraube in einer Vorwärts-Rotation ist dem Aktiven bereits vom Rudolph bekannt.

Zunächst kann die halbe Schraube im Babyfliffis A durch einen späteren Armeinsatz verzögert werden. Dadurch setzt sich der Turner wieder aktiv mit dem Sprung auseinander und verdeutlicht sich verfügbaren Handlungsspielraum. Dann kann die ganze Schraube geturnt werden. Dies sollte mit Hilfeleistung geschehen, ggf. kann auch die Schiebematte zum Einsatz kommen. Hier muss nach Möglichkeit schon auf die korrekte Arm-Technik hingearbeitet werden. Sobald die Schraube gestreckt und vor allem flüssig geturnt wird, kann die 1 1/2 -fache Schraube geturnt werden.

Abhängig von der Qualität des bekannten Rudolphs können diese Schritte sehr schnell absolviert werden. Ich präferiere diese Methode, weil ich häufig beobachte, dass Aktive zugunsten der Schraube den Saltoimpuls vernachlässigen und dadurch nicht mehr aufrecht landen können. Bei der genannten Methode wird immer der "richtige" Saltoschwung abgefordert, im Gegensatz zur folgenden.

Schraubenbetonter Ansatz

Diesen zweiten Lehrweg würde ich, gerade bei Problemen mit der Schraube, unbedingt mit einflechten. Dabei wird aus dem Rücken kein 1 1/4 Salto geturnt sondern nur ein gestreckter 1 Salto zum Rücken. Dieser wird nach und nach, je nach Leistungsverrmögen des Aktiven, mit einer halben und dann mit der ganzen Schraube geturnt. Dann kann schrittweise weitergeschraubt werden, über die leichte Seitenlage und Seitenlage bis hin zur 1 1/2 -fachen Schraube in die Bauch bzw. sicherheitshalber Vierpunktlandung. Wenn dies auch in geringer Sprunghöhe klappt, kann auf voller Sprunghöhe der Rudolph fertig geturnt werden. Diese Methode setzt einen deutlichen Fokus auf die Schraubbewegung und hat den Vorteil, dass der Aktive sie auch ohne Hilfeleistung etwas selbstständiger üben kann.

Ganzheitsmethode

Zu erwähnen sei hier noch die Ganzheitsmethode, bei der der Aktive, nachdem die Arme im Babyfliffis verzögert angelegt wurden, aufgefordert wird die Rudolph-Armführung zu benutzen um den Babyrudi zu turnen. Durch die große Ahnlichkeit dieser Sprünge kann diese Vorgehensweise schnell zum Erfolg führen, wenn der Babyfliffis genug Schwung hat.

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