Rotation

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Inhaltsverzeichnis

Saltorotation

Durch exzentrische Krafteinwirkung wird die Rotation für Saltobewegungen (auch Rücken und Bauchsprung) erzeugt. Das heißt die Wurfkraft des Tuches muss am Körperschwerpunkt (KSP) vorbei wirken. Damit der Sprung senkrecht nach oben geht, muss der KSP aber über dem Kreuz bleiben. Wenn man leicht im Hohlkreuz abspringt (für Rückwärtssalto; Bauch nach vorne, nicht Schultern nach hinten) läuft die Kraft durch die Beine am KSP vorbei, die Rückwärtsrotation ist erzeugt.

Schraubenrotation

Schraubenrotation kann grundsätzlich nur durch 3 unterscheidbare Techniken erzeugt werden, die sich aber in der Praxis vermischen: Durch Abstoßen (z.B. bei Standsprungschrauben), durch Umwandlung von Salto- in Schraubenrotation (z.B. beim Fliffisrudi) oder durch Drehmoment-Reaktion (auch Hula-Schraube oder Katzenschraube genannt, ist recht gut bei Sitz - 1/2 Sitz zu erkennen)

Abstoßen

Sicher die einfachste Form einer Schraubenrotation. Man verdreht sich leicht im Tuch und wird in eine Schraubbewegung geworfen. Es ist vergleichbar mit einer Schraube vom Fußboden.

Umwandlung von Salto- in Schraubenrotation

Diese Art der Rotation ist das Ziel aller Leistungstrampoliner :) Sie funktioniert nur, wenn man sich in einer Saltorotation befindet. Zur Veranschaulichung nehmen wir einen Rückwärtssalto an. Ohne äußere Einwirkung (und das würde bedeuten, das man irgendwo gegen sprungen ist!) bleibt die Drehachse erhalten (Trägheit). Jetzt wird es kompliziert: Durch seitliches Anlegen eines Armes (der andere wird normalerweise vorne zum Bauch genommen), kann man den Körper in eine leichte Schräglage bringen. Ich greife wieder zu einem Beispiel: der linke Arm wird zur Seite genommen und der Körper legt sich leicht nach rechts. Das passiert, weil die Bewegung des Armes durch eine Gegenbewegung des Körpers ausgeglichen sein muss.

So, ich hatte gesagt, dass die Drehachse erhalten bleibt, und das auch wenn wir unseren Körper seitlich gedreht haben. Sie verläuft also jetzt nicht mehr gerade von einer Seite zur anderen durch unseren Körper, sondern leicht schräg - auf der rechten Seite ein Stück über dem Beckenknochen, auf der linken durch die Beckenschaufel hindurch. Somit drehen wir uns nicht nur rückwärts, sondern jetzt auch etwas seitlich. Die Saltodrehung wird dadurch etwas langsamer (unmerklich) und dafür bekommen wir eine tolle Schraubendrehung. Da Menschen um einiges schmaler gebaut sind, als hoch (geringerer Drehwiderstand) ist die Winkelgeschwindigkeit um die Längsachse um ein vielfaches höher.

Und wenn ihr das euren Kindern so erklärt werden sie es niemals lernen :D

Fakten zum Drehwiderstand

Der Drehwiderstand wird auch Trägheitsmoment genannt und in kgm^2 gemessen (m^2 soll Meter im Quadrat-also hoch 2 heißen).

Beim Rückwärtssalto A mit angelegten Armen (immer abhängig von der Körpergröße natürlich) beträgt das Trägheitsmoment 12 kgm^2. Wenn die Arme gehoben bleiben sind es 18-19 kgm^2, also das 1,5-fache. Schon mal Salto A mit gestellten Armen geturnt?

Der Salto c hat ca. 3-4 kgm^2, ist also 3-4mal so schnell. Deswegen kann jeder, der einen guten Salto A schafft einen Doppel c schaffen!

Jetzt wird es witzig: Wenn man es schaffen würde (theoretisch denkbar) während eines Salto A die Arme so oft seitlich zu drehen, dass sich der Körper komplett waagerecht legt, also nur noch Schraube vollführt, würde man sich 12 mal (!) so schnell drehen als man beim Salto A war. Das Trägheitsmoment der Schraubenachse hat nämlich nur 1-1,2kgm^2. Also, wenn Rücken - 1/2 Schraube zum Stand mal wieder nicht klappt -> Rücken - Stand trainieren; nicht die Schraube!

Drehmoment-Reaktion

Die Drehmoment-Reaktions-Schraube, oder kürzer Hula-Schraube oder auch Katzenschraube, bezeichnet das Phänomen, mit dem auch Katzen ihr Kunststück fertig bringen, immer auf den Pfoten zu landen.

Man stelle sich vor, dass ein Mensch (oder die Katze) eine Kreisbewegung mit der Hüfte vollführt, ganz ähnlich wie beim Hula-Hop-Kreiseln. In der Luft machen die Füße und die Arme (oder Kopf) die selbe Bewegung, jedoch um 180° versetzt. Beim Hula-Hop-Kreiseln merkt man, wenn man genau darauf achtet, dass die Füße nicht ruhig am Boden stehen sondern irgendwie hin und her gezogen werden.

Einzelne Teile oder "Segmente" des Körpers vollführen also Drehungen. Man spricht von Teilkörpern. Bei dieser besonderen Art der Bewegung vollführt der ganze Körper dabei eine Gegenrotation, um dem Impulserhaltungssatz zu entsprechen (eigentlich versucht er es nicht, er hat einfach keine andere Wahl). Er dreht sich entgegen entgegen der Teilkörper.

Ein schönes Experiment, das das veranschaulicht geht so: Man hängt sich an einen Turn-Ring (ein einzelner) ohne den Boden berühren zu können. Man kann nun zwischen die Füße ein Hütchen stellen und die Füße darum herumkreisen lassen. Tut man dies nach rechts, stellt man fest, dass man sich insgesamt nach links am Ring eindreht!

Auf dem Trampolin kommt diese Technik bei halben Schrauben aus dem Sitz (besonders bei Sitz - ½ Schraube zum Sitz) und bei Saltoöffnungen aus der gehockten und gebückten Position vor.

Literatur

Kassat, Georg: Biomechanik für Nichtbiomechaniker, Rödinghausen 1993

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